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Der Musikprofessor Carl Friedrich Christian von Holten





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Carl Friedrich Christian (Ahnen-Nr. 035.20 der Wilster-Linie) wurde am 26.07.1836 als Sohn des Gold- und Silberarbeiters Carl Peter von Holten aus Bergedorf und seiner Ehefrau Louise Wilhelmine geb. Junck aus Hamburg in der damaligen Hamburger Vorstadt St. Pauli geboren und am 23.10.1836 in der dortigen Kirche "St. Pauli" getauft. Nachdem er in Leipzig Musik studiert hatte, ließ er sich nach 1855 in Altona als Pianist und Klavierlehrer nieder.

Carl Friedrich Christian von Holten

Eine seiner Schülerinen war Sophie Warburg, Tochter des Advokaten und Justizrates Moritz Warburg und seiner Ehefrau Helene geb. Cohen aus Altona. Carl gab Sophie sicher nicht nur Klavieruntericht, denn die beiden verliebten sich ineinander und heirateten am 08.06.1865 in Hamburg. Wie mir ihre Enkelin, Frau Sophie Antoinette Bösener geb. von Holten, vor einiger Zeit erzählte, war die Familie Warburg gegen die Heirat mit einem "Musikanten" und die Familie von Holten gegen die Heirat mit einer Jüdin, denn Sophie war mosaischer Religion und wurde am 16.10.1841 geboren, wie ich dem Original-Geburtsregister der jüdischen Gemeinde in Altona entnehmen konnte, das die NS-Zeit im Hamburgischen Staatsarchiv schadlos überstand.

Sophie entstammte der bekannten Bankiersfamilie Warburg, die als Geldwechsler in Altona anfingen und später das Bankhaus M. M. Warburg in Hamburg gründeten (heute: M. M. Warburg-Brinckmann, Wirtz & Co.). Sie schenkte ihrem Carl 6 Kinder, die alle in Altona geboren und dort auch nach evangelisch-lutherischem Ritus getauft wurden. Carl von Holten war später Musiklehrer am Hamburger Konservatorium, Dirigent und Komponist, war mit Johannes Brahms befreundet und wurde 1899 Königlich Preußischer Professor für Musik. Am 19.01.1912 ist er in Altona gestorben.

Ernst-Werner Beken, Hamburg-Niendorf (1990)


Literatur:

Wiese, Eberhard von: Die Zeit der Warburgs, in: Hamburg, Menschen - Schicksale, 12. Aufl., bearb. von Wilhelm Altmann, S. 228-229, 1967

Frank, Paul: Kurzgefaßtes Tonkünstlerlexikon, Seite 498, 1926 Abert, Hermann (Hrsg.), Illustriertes Musiklexikon, S. 354, 1927

Riemann, Hugo: Musiklexikon, 11. Aufl., bearb. von Alfred Einstein, S. 486, 1929

Neubert, Franz (Hrsg.): Deutsches Zeitgenossenlexikon, S. 428, 1905



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