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Vom Wappen und der Herkunft der daenischen Holten

Von den Anfängen der Familienforschung von Holte





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Die Frage nach der Herkunft des Familienwappens ist sehr schwierig zu beantworten. Andere Personen sind schon früher mit der Nachforschung der Sache befaßt gewesen, aber es bestehen noch dunkle Punkte. Man glaubt, daß tiefgehende Studien in ausländischer Literatur vielleicht weiter führen können.
Es liegt ein von Knut Holten geschriebener Artikel vor. Nach diesem Artikel ist zu konstatieren, daß das Wappen schon existierte und seine Verbindung zur Familie Holten geknüpft war, bevor Johan von Holten nach Dänemark kam. In Dänemark aber ist nichts darüber bekannt, wie die Familie von Holten zu dem Wappen gekommen ist. Die Familie ist in Dänemark nie geadelt worden und welche Angelegenheit zur Annahme des Wappens führte, ist nicht bekannt. Die Annahme eines Wappens ist jedem gestattet. Die Frage kann gegenwärtig nicht beantwortet werden.
Wann der Namenszusatz "von" dazu gekommen ist, weiß man auch nicht; Johanns Eltern haben es auch benutzt. Die Deutung des Wappens ist auch unklar. Die Untersuchung und Nachforschung in verschiedenen Büchern und alten Schriften erbrachte keine bestimmte Aussage.

Mein Vetter Lennart Holten im dänischen Kulturministerium hat mir gegenüber erklärt, daß er niemals von Aufzeichnungen gehört habe und er auch nicht glaubt, daß solche vorhanden sind.

Der Name Holten (von Holten) ist hier im Lande (Dänemark) insbesondere von zwei Geschlechtern getragen worden.
1. Das ältere Geschlecht (sh. Th. Hauch-Fausboll, Das Geschlechtshandbuch, 1900, Seite 450 ff) ist vermutlich aus Holland nach Dänemark gekommen mit dem Schiffskapitän Reinholdt Jacob Isebrandtsen von (oder van) Holten, gestorben 1685 in Helsingor, und das in Dänemark ausstarb mit dem Kammerjunker Holger von Holten, Sohn des Generalmajors Christian Frederik v. Holten, aber es leben vermutlich noch Nachkommen in Nord- und Südamerika (Deutschland?)
2. Das jüngere Geschlecht, unser eigenes (sh. Th. Hauch-Fausboll, Das Geschlechtshandbuch, 1900, Seite 412 ff und die Einleitung zu unserer Geschlechterforschung "Johann von Holtens Efterkommere" 1913 und 1937) war sehr an der Geschlechterforschung interessiert, aber bis zur Jahrhundertwende wußten wir nicht mehr von unserer Herkunft, als daß der Tischlermeister Johann von Holten vom Süden aus im Jahre 1717 nach Dänemark eingewandert war und er hier im Lande einen Bruder namens Jacob hatte, welcher Silberschmied war. Es ging in der Familie das Gerücht, daß wir von einer Offiziersfamilie herkamen, die im Dreißigjährigen Krieg Dienst tat.

Erst zum Ende des letzten Jahrhunderts (Red.Anm.: des 19ten) wurden systematische Forschungen aufgenommen von der Kammerherrin Anna Linde, geborene Holten. Sie hat besonders gesucht in Holstein und Schleswig. Hier gelang es ihr, einen Hein von Holten in Wilster zu finden, und da sie wußte, daß sowohl Johann als auch Jacob von Holten jeweils ihren ersten Sohn Hein genannt hatten, hoffte sie darauf, daß sie deren Vater gefunden hatte. Da ihr bekannt war, daß Th. Hauch-Fausbollgerade in diese Gegend verreisen sollte, hat sie ihn aufgefordert, in Wilster Nachforschungen anzustellen. Th. Hauch-Fausboll fand in Wilster die Stadt voll von Personen des Namens Holten. Im Kirchenbuch fand er den genannten Hein, dessen Vater Claus [1] Hofbesitzer in Oberndorf an der Oste gewesen war. Hein von Holten [2] war später Schmiedemeister und Gerichtsbote in Wilster.

Neben seinen Söhnen Johann und Jacob hatten andere seiner Kinder Geschlechter gegründet in Glückstadt, Hamburg und anderen Orten. (Siehe sh. Th. Hauch-Fausboll und Hjorth-Lorenzen "Patriciske Slaegter", 2. Sammlung, Seite 225 ff).
In Oberndorf wurde weiter gesucht. ältere Kirchenbücher fehlten, aber es wurde deutlich, daß die Familie von Holten bzw. von Holt in Oberndorf viele Generationen gelebt hatten und auch noch im jenseits des Flusses Oste gelegenen Dorfes Bentwisch noch immer auf dem Stammhof lebten. Sie wurden besucht von Georg von Holten, einem Angehörigen aus dem hamburgischen Teil der Sippe, und später von Oberst Immanuel Holten, worüber näheres berichtet ist im MEDLEMSBLAD Nr. 10 des SLAEGTSAMFUNDET.
Immanuel Holten kam unter anderem in Verbindung mit einem Sohn vom Stammhof, nämlich dem Direktor der Stahlhütte Georgsmarienhütte bei Osnabrück, oder richtiger gesagt, mit dessen Gattin Elise von Holt. Durch diese wiederum wurde er bekannt gemacht mit dem Rittmeister Ledebur-Brandenburg, der in der Nähe wohnte und sich mit Studien über alte westfälische Adelsgeschlechter und ganz besonders das Dynastengeschlecht "Die Edlen von Holte" interessierte. Die Ruinen von deren nahe Osnabrück beim Kirchort Holte gelegenen Burg lagen ganz in der Nähe.

Der Rittmeister Ledebur-Brandenburg suchte, teils mit Hilfe von hier, aber auch in Bibliotheken und Archiven (u.a. in Münster und Hannover) und bei Familienforschern in Deutschland, Schweden und Holland. Er hat viele Nachrichten über die von Holten gefunden, aber ohne einen Zusammenhang insbesondere zu unserer Abstammung. Er hatte sich zum Ziel gesetzt zu beweisen, daß wir von den Dynasten abstammen und glaubte wohl auch, daß ihm dieses gelungen sei. Seine Hypothese war aber schlecht untermauert. Ersah es als seine Hauptaufgabe an, herauszufinden, wo die "Edlen von Holte" geblieben waren. Er erreichte auch einen Teil in dieser Richtung, weil er Belege für die Annahme fand, daß sie nach der Vertreibung von der Holter Burg sich am Niederrhein niederließen, einige von ihnen wieder zurück kamen und sich auf dem Meierhof am Kirchort Holte seßhaft machten, wo sie dann später ausstarben [3].

Sowohl Ledebur als auch wir haben nach unserem Wappen mit den 3, 2, 1 Kreuzen auf blauen Bändern auf silbernem Grund. Es wurde aber nirgends wiedergefunden - auch nicht in Holland. Die meisten Familien der Holte haben Wappen oder Baumarken mit Bäumen (Holt = Holz), die alte Hamburger Familie einen grünen Hügel mit drei Bäumen, die neue hamburger Familie (aus Wilster) einen Bauern mit einem Beil und Bäumen (ein Wald), die alte Familie in Danzig hat 5 spitze Bäume [4].

Das Wappen des jüngeren dänischen Geschlechts ist nach dessen Aufzeichnungen wie folgt blasoniert:
Ein silberner von drei blauen Balken, die mit 6 silbernen Andreaskreuzen (3 - 2 - 1) belegt sind, quer durchgezogener Schild, welchen mit innen blau und außen silberner Decke ein offener Helm bedeckt, der zwei gleich dem Schilde je ein blaues und ein silberernes Vesselhorn (Elephantenrüssel), dazwischen einen 8 gezackten goldenen Stern, trägt.
Das Wappen des Geschlechtes Holten ist in der Wappenrolle der dänischen Heraldisk Selskap (Heraldischen Gesellschaft) unter Nummer 186 aufgeführt für die Nachkommen des Hoftischlermeisters Johann von Holten. Alle Personen, die in der männlichen Linie von Johann von Holten abstammen, haben das Recht zum Führen dieses Wappens.

Taufeintrag von Johann von Holten am 11.11.1689

Die Taufe des Johann von Holten am 11.11.1689 ist im Taufbuch der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wilster, Holstein, unter "Stadtkinder, Söhne" unter Nr. 30 aufgeführt. Er war ein Sohn des Faber Ferraris (Grobschmied) Hein von Holten ( und dessen zweiten Ehefrau Silke Holst ). Seine Gevattern (Paten) waren sein Großvater Clauß Holst, Hanß Sötje und Bartold Everts.
Entgegen der unzutreffenden Angabe auf seinem auch heute noch bestehenden Grabstein ist Johann (dänisch auch: Johan) laut der dort unter Nr. 144 angeführten Eintragung im "Ministerialbog for Sct. Petri Kirke, Kopenhagen" am 05.08.1760 im Alter von 71 Jahren an einer Brustkrankheit gestorben; begraben wurde er am 09.08.1760 auf dem "Neuen Krautgarten" der genannten Kirche.

Er hat in seinen drei Ehen
oo I. 17.05.1720 Christina Rasmusdatter
oo II. 23.04.1738 Kopenhagen Dorthe Kirstine Sahl
oo III. 13.11.1748 Kopenhagen Marie Dahl
vier Kinder gezeugt, von denen das erste aus der ersten Ehe und die anderen aus der zweiten Ehe stammen.

Ib Holten

[1] (Red.Anm.: sh. Die Nachkommen des Marschbauern Claus von Holt; E-W.Beken)
[2] (Red.Anm.: sh. Die Nachkommen des Schmiedemeisters Hein von Holten; E-W.Beken)
[3] sh. hierzu die kritischen Anmerkungen in "Die Nachkommen des Marschbauern Claus von Holt; E-W.Beken", Seiten 49 ff u 55 ff
[4] (Red.Anm.: wohl ähren, sh. Mitteilungsblatt 38)

Der aus der Feder unseres Vereinsmitgliedes Ib Holten, Sjolund (DK) aus dem Jahre 1984 stammende Aufsatz ist unter Erhaltung der auf das Wappen und die Aktivitäten zur Erhellung der Familengeschichte sich beziehenden Passagen gekürzt. Der vom Verfasser in deutscher Sprache geschriebene Text ist sprachlich leicht redigiert; inhaltliche Abänderungen sind nicht erfolgt.

PJ


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