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Heinrich Emil Carl von Holdt

Leichtmatrose auf der Galiot Gertrud
Ertrunken in der Elbmündung





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Wie uns Ernst-Werner Beken (+) in seiner Ausarbeitung über die Nachkommen des Schmiedemeisters Heinrich von Holten aus Wilster in Holstein (WILSTER - LINIE) mitteilt, wurde 040.002.1a Heinrich Emil Carl von Holdt am 02.10.1892 in Wilster als sechstes von elf Kindern seiner Eltern geboren. Er hatte sieben Brüder und drei Schwestern. In genannter Ausarbeitung ist weiter über ihn vermerkt:
+ auf der Elbe ?
Sein Vater Peter Nicolaus von Holdt war Schmiedemeister und hatte in der Deichstraße in Wilster einen eigenen Betrieb. Das kleine Haus der Familie steht - wenn auch mit einem etwas veränderten Aussehen - noch heute. Man kann sich kaum vorstellen, daß in dem Haus sowohl ein Schmiedebetrieb untergebracht war als auch eine dreizehn Köpfe zählende Familie ihr Zuhause hatte. Da wird sicher die Mutter Johanna Margaretha geb. Kruse eine sehr tüchtige Hausfrau und Mutter gewesen sein, um ob der Enge ihre Aufgaben für ihre große Familie zu erfüllen.

Untere Deichstrasse in Wilster, stadteinwaerts gesehen, ca. 1900
Untere Deichstraße in Wilster, ca. 1900
Das kleine Häuschen in der Bildmitte ist das
Elternhaus des Heinrich Emil Carl von Holdt

Heinrich E.C. zweitältester Bruder Carl Adolf Theodor, von Beruf Schmiedemeister, wanderte später in die USA aus, und der Verfasser dieses kleinen Berichtes hatte anläßlich der Vereinstagung 1993 in Osten a. d. Oste die Freude, dessen Sohn das vorstehende Foto vom Hause seiner Vorfahren zu überreichen.

Wie so viele Mitglieder aus den im Raum der Niederelbe ansässigen Familien der von Holte ergriff nach beendigter Schulzeit auch Heinrich Emil Carl von Holdt den Beruf des Seemannes. Als noch ganz junger Mann heuerte er als Leichtmatrose auf der Hamburger Galiot GERTRUD an.

Dieser Segler war im Jahre 1897 in Martinshoek auf der Werft Niestern & Te Velde gebaut und auf den Namen JANTJE getauft worden. Die stählerne Galiot hatte typischerweise für einen Tidegewässer befahrenden Segler einen flachen Boden, der es zuließ, das Schiff auf dem Watt trocken fallen zu lassen. Die Stabilität beim Segeln wurde durch Seitenschwerter sicher gestellt. Hierbei handelt es sich um außen an jeder Bordwand beweglich an einem Bolzen angebrachte schwert- bzw. scheibenförmige Platten, die bei Nichtgebrauch nach oben geholt werden konnten. Die das Unterscheidungssignal RQGJ führende Galiot hatte ein Deck und war über 166 BRT bzw. 138 NRT vermessen. Ihre Abmessungen betrugen 31,44 m x 6,66 m x 2,60 m. Am 24.09.1909 wurde die JANTJE von ihrem Vorbesitzer an den jungen Hamburger Kapitän Martin Christoph Eduard Schreckhas verkauft.

Der als Galiot getakelte Segler wurde auf den Namen GERTRUD umgetauft. Das Schiff segelte mit vier Mann Besatzung. Dem Unternehmen des jungen Kapitäns leuchtete jedoch kein guter Stern, denn unter ihrem neuen Eigner sollte schon vor Ablauf eines halben Jahres die GERTRUD ex JANTJE ihr Schicksal ereilen.

Am 08.März kollidierte sie auf der Außenelbe bei Feuerschiff ELBE 2, das ist nördlich der Insel Scharhörn, mit einem anderen Schiff. In dem zu der Jahreszeit noch eiskalten Wasser gab es keine Rettung für die junge Besatzung.

Es fanden den Tod:

Kapitän Martin Christoph Eduard Schreckhas
* 26.05.1881 Hamburg

Leichtmatrose Alois Weilenböck
* 28.12.1890 Waldkirchen

Leichtmatrose Heinrich Carl Emil von Holdt
* 02.10.1892 Wilster

Schiffsjunge Otto Alb.H. von Carlowitz-Hartitzsch
* 09.01.1888 Grimma

Vermutlich war dies die gesamte Besatzung. Wer der Kollisionsgegner des Seglers war, ist mir nicht bekannt.

Quelle bezüglich der Galiot "GERTRUD": H. Karting, Itzehoe (schriftliche Mitteilungen)

Das Wohn- und Geschäftshaus des Schmiedemeister Peter Nicolaus von Holdt ist auf einem etwa aus dem Jahre 1900 stammenden Foto abgebildet, welches den Bereich der unteren Deichstraße in Wilster (stadteinwärts gesehen) zeigt. Auf dem nebenstehende Ausschnitt des Bildes erkennt man als zweites von rechts das kleine Häuschen mit dem davor stehenden Mädchen das Elternhaus des Heinrich Emil Carl von Holdt. (Das Foto stammt aus der privaten Sammlung des verstorbenen Wilsteraner Fotografen Werner Behning, welcher dem Autoren eine Abzug von der Original-Platte schenkte).

Peter J. von Holdt, Tungeln


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