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Die Stadt Osnabrück und die Edelherren von Holte





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Nicht weit entfernt von Osnabrück liegen oberhalb des Ortes Holte - in der Nähe von Bissendorf - die Ruinen der frühmittelalterlichen Höhenburg der Edelherren von Holte. Dieses Geschlecht spielte bekanntlich über den Osnabrücker Raum hinaus - sie stellten u.a. zwei Bischöfe von Münster und einen Erzbischof von Köln - eine bedeutende Rolle. Die Edelherren von Holte standen auch in einer engen Beziehung zur Entwicklung der Stadt Osnabrück, welche sich im 13. Jahrhundert aus dem Zusammenwachsen mehrerer Siedlungskerne bildete. Zu dieser Zeit wurde den Herren von Holte als Unterlehen vom Kirchenvogt - diesem Unterstand die Gerichtsbarkeit über die Siedlungen - die Vogtei über das Stift zu St. Johann und über die Collegiatskirche übertragen. Dem Stift soll nach einer alten im Stadtarchiv Osnabrück befindlichen Urkunde seit unvordenklichen Zeiten eine Schule zugeordnet gewesen sein, die von adligen Studiosi besucht worden sei.

Neben den Pfründen aus der Vogtei verfügten die Herren von Holte auch über erhebliches Grundeigentum innerhalb der Siedlung, vornehmlich in der Neustadt. In der Holtstraße lag ihr städtisches Domizil. Von der Holtstraße führte ein eigenes Tor der Edelherren zum Weg (heute Meller Straße) zur Holter Burg bei Bissendorf. Dieses Holtpforte genannte Tor war das zweite Tor in der Befestigung der Neustadt. Offensichtlich haben die Herren von Holte die ihnen als Schirmvögte übergebenen Befugnisse zu ihrem eigenen Vorteil mißbraucht. Mit Hilfe der ihnen zustehenden richterlichen Gewalt zwangen sie ihre Schutzbefohlenen zu ungebührlichen Diensten. Im Jahr 1236 schüttelten die Altstadt und der Bischof die Vogtei ab. Das Verlangen nach Selbstständigkeit führte auch in der Neustadt dazu, daß die Stiftsgeistlichen von St. Johann die Vogtei mehrfach als Pfand und dann 1265 entgültigt erwarben.

Im Jahre 1287 wurde die Neustadt durch eine Schenkung der Edelherren zu Holte erweitert. Diese verlegten das auf ihrem unterhalb der Holter Höhenburg gelegenen Meierhof von ihnen gegründete Augustinerkloster auf die Neustadt. Für die Neuerrichtung verschenkten sie einen großen Teil ihres städtischen Grundbesitzes; die Schenkung umfaßte den Bereich des heutigen Neumarktes. Das Kloster auf dem Meierhof war etwa 1245-48 als Niederlassung der Wilhelmiten gegründet und später vom Augustiner-Eremitenorden inkorporiert worden. Der Meierhof hatte seine Funktion als Herrensitz, nachdem die Höhenburg 1144 vom Bischof Philipp von Katzenellenbogen und dem Grafen von Ravensberg erobert und zerstört worden war. Die Bezeichnung "Meiers Burg" und Wallreste weisen noch auf die alte Funktion.

Quellen

Hoffmeyer, Dr. Ludwig: Chronik der Stadt Osnabrück
Brüning, Dr. Kurt: Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands



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