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Johan von Holte

Pfarrer in Hagen a.T.W. vor 1436 bis 1469





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Insbesondere in der Zeit früherer Jahrhunderte treffen wir immer wieder einmal auf Personen, die nicht durch Geburt oder Heirat den Namen von Holte tragen, sondern sich diesen aus besonderen Gründen zugelegt haben. Über einen derartigen Fall finden wir auf Seite 148 der "Ortschronik Hagen am Teutoburger Wald" folgende interessanten Informationen: Der zu seiner Zeit in Osnabrücker Urkunden bezeugte Kirchenmann Johan von Holte (* um 1390, + 04.07.1469) war ein Sohn des Ritters Claus von Vahrendorf genannt "von Holte" (Anm: Dieser ist in einer vom 03.10.1420 stammenden Osnabrücker Urkunde mit seiner Ehefrau Elzeke aufgeführt; das Wappen in seinem Siegel zeigt ein quergeteiltes Schild mit einem in der oberen größeren Hälfte rechts schreitenden Löwen. Wie wir wissen, ist Nicolaus de Vahrendorpe dictus de Holte auf dem allgemeinen Lehntage am 27.09.1350 mit ehemaligen Besitzungen der Holter Dynasten belehnt worden). Seine Brüder waren Heinrich von Holte (*) und Claus von Holte(*) - letzterer wurde Besitzer von Burg und Meierhof zu Holte.

Im Osnabrücker Lehensregister von 1436 wird Johan von Holte erstmals als Hagener Pfarrer erwähnt: "Her Johan von Holte, Kercher to Hagen, hest entpfangen Smerzadels Hus to Hymbergen in Parochia Holte, dat sin vaderliches Erbe is...". Den Hof "Smerzadels" in Himbergen hatte Johan von Holte auch schon 1412 zu Lehen erhalten. Am 21.05.1456 trat "Plebanus Johan von Holte to Hagen" als Zeuge bei einer Beurkundung in Osnabrück auf. Im Jahr 1466 verschenkte der adlige Wilhelm von Stael die in Gellenbeck gelegene Reetwiese an die Hagener Kirche, vertreten durch "den ehrsamen Hern Johanne van Holte, Kerchern to Hagen und Hinrike synen Broder".

In die Amtszeit des Pfarrers Johan von Holte fällt auch der Ablaßbrief von 1442, bei dem es sich wohl um einen ersten Spendenaufruf für einen geplanten Kircheneu- bzw. -umbau handeln dürfte. Auch Johan von Holte selbst oder einer seiner Anverwandten könnten möglicherweise einen wesentlichen Beitrag zum Kirchbau im 15. Jahrhundert geleistet haben. Die Familie von Vahrendorf alias von Holte besaß nähmlich den in Gellenbeck gelegenen Bauernhof Große Wördemann vom Bischoff zu Lehen. Der von diesem Bauernhof abgespaltene und in direkter Nachbarschaft gelegene Erbkötter Kleine Wördemann war dagegen spätestens ab dem 16. Jahrhundert der Kirche von Hagen eigenhörig und abgabepflichtig. Es gab weitere gleichartige grundherrschaftliche Verhältnisse von Erbköttern zur Kirche. Als spendable Schenker kämen dann nur die Adligen von Vahrendorf alias von Holte in Frage.

(*) Es wird von uns noch zu klären sein, ob Johan von Holtes Brüder Heinrich und Claus, die sich, obwohl zum Geschlecht der von Vahrendorf gehörig, gleichfalls von Holte nannten, diesen Namen weiter getragen haben.

Peter J. von Holdt, Tungeln


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